20260614, abends

sitze übermüdet im wohnzimmer und bin unsicher, ob sich schlafen gehen lohnt oder ob es heute nacht schon alarm geben wird. sehr früh zum nova memorial gefahren. mit dem bus. im unterschied zur erinnerung an das letzte mal hat alles einfach funktioniert. der ort verändert sich weiter, wird dichter, geordneter, klarer, kam mir kleiner vor dieses mal, vielleicht, weil die einzelnen erinnerungszeichen zusammengerückt sind. es war jetzt zum ersten mal ein ort, den ich als ort betrachte, ich habe nicht geweint, sondern beobachtet und überlegt. ich werte das als gutes zeichen für irgendwas. aber komisch ist es.

donnerstag mit s. zum mittag getroffen. zwei stunden redet sie, weint, zeigt mir nachrichten und nachrichten, die nicht gekommen sind. spricht von angst und unsicherheiten, von dem, was sie nun nicht mehr forschen kann und will, vom sohn, der demnächst zur idf kommt. vom überlegen, wegzugehen, aber dann nicht mehr wegzukönnen. danach ist all meine energie für lange weg. auch weil ich etwas überfordert bin, dass unsere beziehung sich nun so wendet. einen tag später m. getroffen, im cafe henrietta, das es immer noch gibt. was für ein glück. ähnliches gehört, aber weniger intensiv.

falls der iran nicht angreift, dann heißt das vermutlich, dass es einen vertrag gibt zwischen ihm und den usa. vor ein paar tagen jemandem gesagt, wie problematisch ich das finde, wie vie angst, es mir macht. aber jetzt wenn ich hier sitze, habe ich angst vor den nächsten stunden.