an s. ein lustiges ‘wann kaffee’ geschrieben und sie ruft fast sofort an und es dauert dann nur noch ein paar weitere minuten, bis sie weint, weil ich tatsächlich gekommen bin. meine fähigkeit, große gefühle zu haben, steht meiner fährigkeit, mit den großen gefühlen anderer umzugehen, diametral entgegen. sie sagt, dass die sechs wochen des letzten irankriegs sie gebrochen haben und erzählt dann, wie es war, dass kaum jemand aus deutschland sich bei ihr gemeldet habe, wie die abwesenheit jeglicher emphathie und jeden interesses sie noch zusätzlich kaputt gemacht haben. gestern nacht konnte ich stundenlang nicht einschlafen. dabei war nichts in meinem kopf. ich konnte einfach nur nicht einschlafen. heute li. getroffen und fast keine kraft gehabt, ihre erzählungen auszuhalten. ich kann nichts sagen, gegen diese mutlosigkeit und leere. auf der rückfahrt gedacht, dass das vielleicht eine ganz blöde idee von mir war, hierher zu kommen. eine liste mit anweisungen von ihr bekommen, über einen gepackten rucksack und was da alles reinsoll.