ich erwische mich dabei, es gut zu finden, für einen moment an einem ort zu sein. es gefällt mir, dass ich lebensmittel nicht danach kaufe, ob ich sie innerhalb von drei tagen verbrauchen kann, dass sich mahlzeiten wiederholen, dass mir meine wohnung gehört. ich habe endlich einen ron arad-stuhl gekauft, den balkon nicht nur bepflanzt, sondern eingerichtet – die blumen sind einfach blau dieses jahr und nicht mehr gelb -, ein sofa bestellt und einen ninja für smoothies, ich trenne mich zimmer für zimmer von den dingen, die sich angesammelt haben weil diese räume nach dem 7. oktober so oft nur kurze zwischenräume waren, manchmal nur zum ausruhen und traurig sein und weil mir so viel kraft gefehlt hat, sie zu organisieren. jetzt bin ich hier. vorerst. ich finde immer noch merch der 843 tage. es gibt jetzt eine kiste, die nur ihm gehört. sie ist erstaunlich voll. ich habe es zusammengetragen, aber ich sehe erst mit dem abstand, was es ist. ich sage mir, es ist okay, hier zu sein und ein bisschen ruhe im kopf zu simulieren. aber die wahrheit ist, dass ich die art von sehnsucht habe, die in mir wie angespannte fäden zieht. ich sehe mir angebite für wohnungen an und simuliere mich in sie. die situation dort ist angespannt und mein bewustsein dafür, wie wenig ich die dinge letztlich über die entfernung wirklich einschätzen kann, geschärft. das führt zu unsicherheit. zum permanenten ankämpfen gegen vorahnungen. ich merke wie all diese dinge und die nachrichten sich in mir sammeln und ich merke, wie sie hier in meiner derzeitigen gegenwart nicht gebraucht werden. wie sie nur den abstand manifestieren, den ich in ihr habe. wie sie mich einsam halten. ich muss endlich einen flug buchen. aber wenn ich jetzt einen flug für ende november buche, gestehe ich ein, dass ich im september nicht fliegen werde.
a. heißt jetzt k. er schreibt darüber auf fb eine erzählung seiner vergangenheit, die ich kenne. vielleicht kenne, weil sie zu seinen klassischen erzählungen gehört, vielleicht kenne, weil er sie mir anvertraut hat. ich kann das nicht mehr unterscheiden. an einem anderen tag sehe ich ein foto, auf dem er seine haare nach der gleichen idee trägt, mit der ich meine haare jetzt trage. er fehlt mir. ich weiß, dass das nicht stimmt und denke es trotzdem.