20260216, vormittags

so anstrengend der flug ist, so entspannt ist es, anzukommen. wobei letzteres natürlich erst gilt, nachdem ich durch die kontrolle bin und überrascht. auch, dass mein gepäck tatsächlich auf dem band liegt. mein taxifahrer redet die halbe stunde bis zur wohnung durch. es gibt zunächst einen moment lang ein vorsichtiges herantasten an den politischen rahmen, in dem wir uns bewegen können und dann redet er einfach, krudes zeug, gutes zeug. trumpwähler wegen wunsch nach geschlossenen grenzen, jetzt entsetzt, was es alles mit sich bringt. gleichzeitig glaube an das demokratische system, das eben dafür sorgen wird, dass er auch wieder abgewählt wird. gute überlegungen / beobachtungen werden permanent unterbrochen von verschwörungskonzepten und -erzählungen, einem rückzug ins private, der nichts von anderem wissen will, ungereimtheiten, distanzierungen; vom eigenen handeln aber auch vom handeln anderer. ich denke so wird sie also werden diese reise und bin plötzlich aufgeregt, was ich alles hören und lernen und sehen werde. wie lange ich nicht neu irgendwo war. am nachmittag zum meer gegangen und den ort im kopf nicht überein bekommen mit mai 2023. fragmente erinnert mich, dass wir delphine gesehen haben. und ich wüsste gerade gar nicht, wohin ich dafür gehen soll. vor müdigkeit aufgegeben und mir damit die möglichkeit zerschossen, unkompliziert einen guten rhythmus zu bekommen. gestern viel gelaufen, das claus oldenburg/frank gehry – binoculars building angesehen, auf einem farmers markt gewesen, Irving Gills Horatio West Court besucht, was leider nur von der straße aus geht, am strand in santa monica gesessen, zu einem supermarkt gelaufen, sehr überfordert gewesen und gedacht, dass ich verhungern könnte, nur weil ich mich nicht entscheiden kann. versucht, preise nicht bestimmen zu lassen. herausgefunden, dass man als amazon prime-member rabatt bekommt. durch die gegend gelaufen, die schön ist und dabei gedacht, dass menschen, wenn sie sagen, dass sie los angeles gut finden, sie vielleicht venice und santa monica meinen könnten. manchmal ist es in diesen wohnstraßen so still, dass es unheimlich ist. um die ecke gibt es eine super poshe straße mit geschäften und restaurants und coffeeshops und alle tragen helle klamotten und sehen nach urlaub aus. vielleicht macht das die gegend mit einem. oder wenn man halt reich ist. morgens, als alles noch leer ist, fährt einer dieser cybertrucks an mir vorbei und es fühlt sich an wie aufgewacht in einer zukunft oder einem film, jedenfalls vor allem unheimlich. ich kaufe kaffee in einem laden, der zudem japanische skincare anbietet und wundere ich nicht allzu sehr. aber der kaffee ist schlecht und ich erinnere mich, dass der kaffee immer schlecht war bis auf den einen moment, als ich in einem hipster coffeeshop in san francisco war. es nützt mir nichts. nachmittags versuche ich ein bisschen freizeit zu planen für die kommenden vier wochen. ich entdecke häuser, die ich sehen will und gegenden, in die ich möchte. beschäftige mich ewig mit palm springs, um dann einsehen zu müssen, dass ich ohne auto nicht hinkommen werde. arbeite heute, versuche den zweiten teil der reise besser zu organisieren. bin müde davon, menschen mails zu schreiben und entscheidungen zu treffen über dinge, die ich nicht wirklich absehen kann. es regnet. ich denke, vielleicht ist das der krasseste regen, den ich je erlebt habe. aber gleich anschließend bin ich nicht sicher, wie ich das eigentlich vergleiche. sicher bin ich nur, dass so starker regen in einer wohnung, in der man neu ist, noch unheimlicher ist.